Traglinge

Begriffsklärung: Im Tierreich existieren zahlreiche Varianten, wie Tiere ihre Jungen tragen: Kängurujunge werden im Fellbeutel getragen. Krokodile tragen ihre Jungen im Maul, so wie Küken von Wasservögeln im Gefieder auf dem Rücken der Mutter getragen werden.

Basierend auf den Arbeiten von Lorenz Oken und des Zoologen Hassenstein [16] unterscheidet man in der Biologie drei Arten von Jungentypen: - Nesthocker Dieser Begriff wurde zusammen mit dem des Nestflüchters bereits im 19. Jahrhundert von Oken geprägt [41]. Jungtiere dieser Kategorie kommen nackt, mit geschlossenen Augen und Gehörgängen auf die Welt. Der Name führt auf ihre Unfähigkeit zurück, der Mutter aufgrund ihrer Unreife zu folgen, weshalb sie im Nest „hocken“, bis die Mutter von der Futtersuche zurückkehrt. - Nestflüchter Diese Tiere kommen bereits mit artgemäßer Behaarung sowie geöffneten Augen und Ohren zur Welt. Ihre Fähigkeit der Mutter kurz nach der Geburt aufgrund ihrer anatomisch-physiologischen Beschaffenheit folgen zu können, verlieh ihnen ihren Namen. Das Nesthockerstadium wird bei Jungtieren dieser Gruppe bereits im Uterus durchlaufen, wo auch ihre Augen und Ohren noch geschlossen sind.

Traglinge: In diese Gruppe fallen Junge, deren Reifegrad dem der Nestflüchter entspricht, die sich aber nicht selbstständig fortbewegen können und deshalb von einem Elternteil getragen werden. Differenziert wird zwischen passiven Traglingen, wie etwa Beuteltiere, die von der Mutter ohne aktive Unterstützung der Jungen getragen werden, und aktiven Traglingen, beispielsweise Affen, deren ausgeprägter Greifreflex es erlaubt, sich während des Tragens an der Mutter festzuklammern. „Der menschliche Säugling ist dem biologischen Typus des Traglings zuzuordnen“ [16].

Quelle: Hassenstein

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